Ratgeber

Grundstücksmarkt Osnabrück 2026 in Zahlen

Was Häuser, Wohnungen und Bauland in Stadt und Landkreis Osnabrück tatsächlich gekostet haben – nach den amtlichen Daten der Gutachterausschüsse, eingeordnet vom Sachverständigen.

Von Marc-André Lasarz – DIAZert-zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung (DIN EN ISO/IEC 17024) und TEGoVA REVVeröffentlicht am

Wie viel kosten Häuser, Wohnungen und Bauplätze in Osnabrück wirklich? Die verlässlichste Antwort liefern die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte: Sie werten jeden beurkundeten Kaufvertrag aus. Dieser Bericht fasst die aktuellen amtlichen Zahlen für die Stadt und den Landkreis Osnabrück zusammen und ordnet sie ein.

Datenstand: Grundstücksmarktdaten 2026 der Gutachterausschüsse Niedersachsen, veröffentlicht am 2. Februar 2026. Berichtszeitraum ist der 1. November 2024 bis 31. Oktober 2025; der Vorjahreswert bezieht sich auf die zwölf Monate davor. Neuere amtliche Zahlen für Osnabrück gibt es derzeit nicht.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Teilmarkt (Median)Stadt OsnabrückLandkreis OsnabrückNiedersachsen
Freistehende Ein-/Zweifamilienhäuser, gebraucht400.000 € (Vorjahr 408.000 €)319.000 € (293.000 €)270.000 € (255.000 €)
Reihenhäuser und Doppelhaushälften, gebraucht344.000 € (332.000 €)255.000 € (250.000 €)–
Eigentumswohnungen, Weiterverkauf2.440 €/m² (2.300 €/m²)1.960 €/m² (1.930 €/m²)2.130 €/m² (1.990 €/m²)
Eigentumswohnungen, Neubau/Erstbezug5.390 €/m² (5.070 €/m²)–4.150 €/m² (3.980 €/m²)
Bauplätze für Eigenheimeca. 310 €/m²ca. 167 €/m² (135 €/m²)139 €/m² (133 €/m²)

Werte in Klammern: Vorjahr. „Median“ heißt: Die Hälfte der Verkäufe lag darüber, die Hälfte darunter. Bauland Stadt: 310 €/m² bei 73 Verträgen laut Landespräsentation; in der engeren Auswertung nur baureifer, erschließungsbeitragsfreier Bauplätze sind es 315 €/m² (Vorjahr 320 €/m²).

Umsätze: Mehr Verkäufe als im Vorjahr

  • Stadt Osnabrück: 1.629 Kaufverträge (Vorjahr 1.464, rund +11 %) mit einem Geldumsatz von 526,9 Mio. € (Vorjahr 501,6 Mio. €).
  • Landkreis Osnabrück: 3.406 Kaufverträge (Vorjahr 3.160, rund +8 %) mit 872,8 Mio. € Umsatz (Vorjahr 809,5 Mio. €).
  • Wohnungen besonders gefragt: Bei Wohnungs- und Teileigentum stieg die Zahl der Verträge in der Stadt um rund 22 %, im Landkreis um rund 20 %.

Was die Zahlen bedeuten

Stadt: Häuser sind leicht günstiger geworden, Wohnungen teurer. Gleichzeitig wurde deutlich mehr verkauft. Der Markt hat sich nach den Zinsanstiegen der Vorjahre also wieder belebt, ohne dass die Hauspreise in der Stadt weiter gestiegen sind.

Landkreis: Hier zogen die Hauspreise wieder an. Ein freistehendes Haus kostet im Landkreis im Median aber weiterhin rund 80.000 € weniger als in der Stadt.

Für Ihr Objekt: Ein Median ist eine Orientierung für den Markt, kein Wert für eine einzelne Immobilie. Innerhalb Osnabrücks liegen zwischen einer Villa am Westerberg und einem Siedlungshaus in Schinkel Welten. Den Wert Ihrer Immobilie bestimmen Lage, Grundstück, Baujahr, Zustand, Ausstattung und eingetragene Rechte. Wie wir die Stadtteile einordnen, zeigt die Seite Immobilienbewertung Osnabrück.

Kaufpreise oder Angebotspreise?

Immobilienportale zeigen Angebotspreise – also das, was Verkäufer verlangen. Die Gutachterausschüsse erfassen dagegen die Preise, die im notariellen Kaufvertrag tatsächlich vereinbart wurden. Notare müssen ihnen jeden Kaufvertrag übermitteln. Für eine Bewertung zählen deshalb die Daten der Kaufpreissammlung, nicht die Angebote im Internet. Mehr dazu im Ratgeber Online-Immobilienbewertung: Wie genau ist sie wirklich?

Für Fachleute: Liegenschaftszins und neue Modelle

  • Liegenschaftszinssatz Mehrfamilienhäuser, Stadt Osnabrück: 2,2 % (Landesmodell der Gutachterausschüsse, Restnutzungsdauer 40 Jahre, Stichtag 01.01.2026).
  • Modellumstellung: Die niedersächsischen Gutachterausschüsse stellen ihre Modelle seit März 2026 auf eine Gesamtnutzungsdauer von 80 Jahren bei Wohnimmobilien um. Liegenschaftszinssätze und Sachwertfaktoren sind deshalb immer im zugehörigen Modell anzuwenden.

Quellen

Wir aktualisieren diesen Bericht, sobald die nächsten Grundstücksmarktdaten erscheinen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Haus in Osnabrück?

Gebrauchte freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser wurden in der Stadt Osnabrück zuletzt im Median für 400.000 € verkauft, im Landkreis für 319.000 € (Berichtszeitraum November 2024 bis Oktober 2025). Reihenhäuser und Doppelhaushälften lagen in der Stadt bei 344.000 €. Was ein bestimmtes Haus wert ist, hängt aber stark von Lage, Grundstück, Baujahr und Zustand ab.

Sind die Immobilienpreise in Osnabrück gesunken?

Bei freistehenden Häusern in der Stadt leicht: von 408.000 € auf 400.000 € (rund −2 %). Gebrauchte Eigentumswohnungen wurden dagegen teurer (Median 2.300 → 2.440 €/m²), ebenso neue Wohnungen. Im Landkreis stiegen die Hauspreise um rund 9 %.

Was kostet Bauland in Osnabrück?

Baugrundstücke für Eigenheime kosteten in der Stadt im Median rund 310 €/m², im Landkreis rund 167 €/m². In einzelnen Lagen weichen die Werte deutlich ab – die amtlichen Bodenrichtwerte zeigen die Unterschiede je Gebiet.

Woher stammen die Zahlen?

Aus den Grundstücksmarktdaten 2026 der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Niedersachsen. Grundlage ist die Kaufpreissammlung: Notare müssen den Gutachterausschüssen jeden Kaufvertrag übermitteln. Es sind also tatsächlich gezahlte Preise, keine Angebotspreise aus Immobilienportalen.

Was ist meine Immobilie in Osnabrück wert?

Ein Median beschreibt die Mitte vieler Verkäufe, nicht Ihr Objekt. Für eine belastbare Zahl braucht es eine Bewertung, die Lage, Grundstück, Baujahr, Zustand und Rechte berücksichtigt. Welches Gutachten zu Ihrem Anlass passt, zeigt der Wegweiser.

Marc-André Lasarz – zertifizierter Immobiliengutachter und Geschäftsführer

Über den Autor: Marc-André Lasarz

Zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung DIAZert (LF) nach DIN EN ISO/IEC 17024 und TEGoVA Recognised European Valuer (REV). Seit über 22 Jahren in der Immobilienbranche, Sachverständigenbüro in Osnabrück – Verkehrswertgutachten, Restnutzungsdauer-Gutachten und Ankaufberatung in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

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