Ratgeber

Immobilienbewertung Münster 2026: Was Häuser und Wohnungen kosten

Die tatsächlich gezahlten Preise für Häuser, Wohnungen und Bauland in Münster – nach dem Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses, eingeordnet vom Sachverständigen.

Von Marc-André Lasarz – DIAZert-zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung (DIN EN ISO/IEC 17024) und TEGoVA REVVeröffentlicht am

Wer in Münster eine Immobilie verkaufen, kaufen, vererben oder aufteilen will, fragt zuerst: Was ist sie wert? Die verlässlichste Orientierung liefert der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Münster. Er wertet jeden notariell beurkundeten Kaufvertrag aus und veröffentlicht die Ergebnisse jährlich im Grundstücksmarktbericht.

Datenstand: Grundstücksmarktbericht 2026 für die Stadt Münster, veröffentlicht am 17. April 2026. Er wertet die Kaufverträge des Jahres 2025 aus, Stichtag ist der 1. Januar 2026.

Häuser und Wohnungen: die Preise auf einen Blick

Teilmarkt (Mittelwert, Bestand)2025Vorjahr 2024
Freistehende Einfamilienhäuser622.000 € · 4.113 €/m²622.000 € · 3.988 €/m²
Doppelhaushälften / Reihenendhäuser581.000 € · 4.263 €/m²511.000 € · 3.867 €/m²
Reihenmittelhäuser442.000 € · 3.560 €/m²369.000 € · 3.199 €/m²
Eigentumswohnungen, Weiterverkauf3.980 €/m²3.848 €/m²
Eigentumswohnungen, Erstverkauf (Neubau)6.615 €/m²6.490 €/m²

€/m² beziehen sich auf die Wohnfläche. Für die Durchschnittspreise der Häuser hat der Gutachterausschuss die obersten und untersten 10 % der Kaufpreise herausgenommen. Die Spannen 2025: freistehende Einfamilienhäuser rund 3.000 bis 6.300 €/m², Doppelhaushälften und Reihenendhäuser rund 2.500 bis 5.600 €/m², Reihenmittelhäuser rund 2.800 bis 4.700 €/m².

Die Lage macht den Unterschied

Der Gutachterausschuss teilt Münster in fünf Zonen ein – von der Innenstadt (Zone 1) bis zu den äußeren Stadtteilen (Zone 5). Die Preise hängen deutlich von der Entfernung zur Innenstadt ab:

  • Gebrauchte Eigentumswohnungen: Zone 1 rund 5.770 €/m², Zone 2 rund 5.350 €/m², Zone 3 rund 4.490 €/m², Zonen 4 und 5 rund 3.070 bis 3.110 €/m².
  • Freistehende Einfamilienhäuser (Median): Zone 3 rund 4.970 €/m², Zonen 4 und 5 rund 3.640 bis 3.670 €/m².
  • Bauland für Eigenheime (typische Bodenrichtwerte, erschließungsbeitragsfrei): gute Lage rund 1.190 €/m², mittlere Lage rund 760 €/m², mäßige Lage rund 510 €/m². Die Bodenpreise für Eigenheime blieben gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Was das für Ihr Objekt bedeutet, zeigt eine Bewertung vor Ort. Wie wir in Münster arbeiten, lesen Sie auf der Seite Immobiliengutachter Münster.

Umsätze: So viele Verkäufe wie seit Jahren nicht

  • 2.913 Kaufverträge mit einem Geldumsatz von rund 1.471 Mio. € – der Umsatz stieg um rund 20 %.
  • Eigentumswohnungen machen rund 60 % aller Verkäufe aus: 1.762 Verträge (rund +27 %).
  • Ein- und Zweifamilienhäuser: 700 Verkäufe (rund +5 %).
  • Preisentwicklung laut Index: Ein- und Zweifamilienhäuser rund +3 %, Eigentumswohnungen rund +4 %. Gemessen an den Durchschnittspreisen fällt der Anstieg bei Wohnungen mit 2 bis 3 % etwas geringer aus.

Warum ein Durchschnittspreis kein Verkehrswert ist

Der Gutachterausschuss sagt es selbst: Die Durchschnittspreise geben einen groben Überblick, sind aber nicht geeignet, den Verkehrswert nach § 194 BauGB zu ermitteln. Baujahr, Zustand, Grundriss, Grundstück, Modernisierungen, Mängel und eingetragene Rechte machen bei einzelnen Objekten schnell sechsstellige Unterschiede.

Für eine private Entscheidung – Verkauf, Kauf, Einigung in der Familie – genügt meist ein Kurzgutachten. Wird der Wert beim Finanzamt oder vor Gericht gebraucht, ist das Verkehrswertgutachten nach § 194 BauGB nötig. Welches passt, zeigt der Wegweiser.

Für Fachleute: Liegenschaftszinssätze 2026

  • Ein- und Zweifamilienhäuser: 1,7 %.
  • Mehrfamilienhäuser (bis 20 % Gewerbe): Zonen 1–2 rund 1,5 %, Zonen 3–5 rund 2,3 %.
  • Eigentumswohnungen im Weiterverkauf: vermietet Zonen 1–3 rund 1,0 %, Zonen 4–5 rund 2,1 %.
  • Die Liegenschaftszinssätze stützen sich jetzt auf den Mietspiegel 2025 und sind laut Bericht nicht mit den Vorjahren vergleichbar. Sachwertfaktoren weist der Bericht als Tabelle nach Zone, Sachwert und Restnutzungsdauer aus.

Quellen

  • Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Münster: Grundstücksmarktbericht 2026 (PDF), veröffentlicht 17.04.2026, Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0
  • Bodenrichtwerte für Nordrhein-Westfalen: BORIS.NRW

Den Bericht für Osnabrück finden Sie unter Grundstücksmarkt Osnabrück 2026. Wir aktualisieren beide Berichte, sobald neue Zahlen erscheinen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Haus in Münster?

Gebrauchte freistehende Einfamilienhäuser wurden 2025 laut Gutachterausschuss im Mittel für 622.000 € verkauft (4.113 €/m² Wohnfläche), Doppelhaushälften und Reihenendhäuser für 581.000 €, Reihenmittelhäuser für 442.000 €. Je nach Lage, Baujahr und Zustand liegen die Preise bei freistehenden Häusern zwischen etwa 3.000 und 6.300 €/m².

Was kostet eine Eigentumswohnung in Münster?

Gebrauchte Wohnungen kosteten 2025 im Mittel 3.980 €/m² Wohnfläche, neue Wohnungen im Erstverkauf 6.615 €/m². In der Innenstadt (Zone 1) lagen gebrauchte Wohnungen bei rund 5.770 €/m², in den äußeren Stadtteilen bei rund 3.100 €/m².

Sind die Immobilienpreise in Münster gestiegen?

Leicht. Laut Preisindex des Gutachterausschusses stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um rund 3 %, für Eigentumswohnungen um rund 4 %. Zugleich wurde deutlich mehr verkauft: 2.913 Kaufverträge, so viele wie seit 2014 nicht.

Kann ich mit diesen Zahlen den Wert meiner Immobilie berechnen?

Nein. Der Gutachterausschuss weist selbst darauf hin, dass die Durchschnittspreise nur einen groben Überblick geben und nicht geeignet sind, den Verkehrswert nach § 194 BauGB zu ermitteln. Dafür braucht es eine Bewertung des einzelnen Objekts – als Kurzgutachten oder Verkehrswertgutachten.

Woher stammen die Zahlen?

Aus dem Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Münster. Grundlage ist die Kaufpreissammlung, in die jeder notariell beurkundete Kaufvertrag eingeht. Es sind also tatsächlich gezahlte Preise, keine Angebotspreise.

Marc-André Lasarz – zertifizierter Immobiliengutachter und Geschäftsführer

Über den Autor: Marc-André Lasarz

Zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung DIAZert (LF) nach DIN EN ISO/IEC 17024 und TEGoVA Recognised European Valuer (REV). Seit über 22 Jahren in der Immobilienbranche, Sachverständigenbüro in Osnabrück – Verkehrswertgutachten, Restnutzungsdauer-Gutachten und Ankaufberatung in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Offene Fragen zu Ihrer Immobilie?